Kaufen oder erst einmal mieten? Diese Frage stellt sich fast jeder Saxophon-Anfänger – und fast jedes Elternteil eines musikbegeisterten Kindes. Die kurze Antwort: Mieten ist eine hervorragende Option für die ersten Monate, wird auf Dauer aber teurer als ein Kauf. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Mietmodelle funktionieren, was sie kosten und worauf Sie im Vertrag achten sollten.
Für wen ist Mieten sinnvoll?
- Kinder und Jugendliche: Niemand weiß, ob die Begeisterung den ersten Winter übersteht – und ob nach zwei Jahren nicht doch das Tenor lockt. Mieten hält alle Wege offen.
- Unentschlossene Erwachsene: Wer testen will, ob das Saxophon „sein“ Instrument ist, minimiert mit einer Miete das Anfangsrisiko.
- Bläserklassen und Musikschulen: Viele Schulen bieten Leihinstrumente direkt an – oft die günstigste Variante überhaupt, fragen Sie zuerst dort nach.
- Profis mit Sonderbedarf: Ein Bariton für ein einzelnes Projekt? Auch dafür gibt es Mietangebote.
Die gängigen Mietmodelle
1. Klassische Monatsmiete: Sie zahlen einen festen Betrag pro Monat, das Instrument bleibt Eigentum des Händlers. Üblich sind für ein Alt-Saxophon je nach Anbieter und Instrumentenklasse etwa 20-40 € im Monat, für Tenor etwas mehr.
2. Mietkauf: Das attraktivste Modell: Ein Teil der gezahlten Miete (je nach Anbieter bis zu 100 % der ersten Monate) wird beim späteren Kauf des Instruments angerechnet. So wird aus der Testphase nahtlos ein Eigentumserwerb, ohne doppelt zu zahlen.
3. Leihinstrumente von Musikschulen und Vereinen: Oft subventioniert und deutlich günstiger als der Handel – die Instrumente sind allerdings selten neuwertig und die Verfügbarkeit ist begrenzt.

Mieten vs. Kaufen: die ehrliche Rechnung
Bei 25-35 € Monatsmiete haben Sie nach einem Jahr 300-420 € bezahlt – ungefähr den Neupreis eines kompletten Einsteiger-Sets wie dem Thomann TAS-180 (ca. 480 €). Die Faustregel lautet daher: Wer länger als 12-15 Monate dabei bleiben will, fährt mit dem Kauf günstiger – es sei denn, die Miete wird per Mietkauf angerechnet. Auch der Gebrauchtmarkt ist eine starke Alternative zur Miete: Unsere Checkliste zum gebrauchten Saxophon hilft bei der sicheren Auswahl.
Worauf Sie im Mietvertrag achten sollten
- Anrechnung beim Kauf: Wie viel der gezahlten Miete wird angerechnet – und wie lange gilt das Angebot?
- Versicherung und Haftung: Wer zahlt bei Sturz, Diebstahl oder Schäden durch Dritte? Gerade bei Kindern entscheidend.
- Wartung: Übernimmt der Vermieter Nachregulierung und Polsterservice während der Mietzeit?
- Kündigungsfrist: Monatlich kündbar ist der Standard, auf den Sie bestehen sollten.
- Hygiene: Ein eigenes Mundstück (ab ca. 20-30 €) ist bei Leihinstrumenten dringend zu empfehlen.
- Zustand dokumentieren: Übergabeprotokoll mit Fotos erspart Diskussionen bei der Rückgabe.
Fazit
Mieten ist die richtige Wahl für die Testphase – besonders für Kinder und überall dort, wo ein Mietkauf die Zahlungen anrechnet. Spätestens wenn klar ist, dass das Saxophon bleibt, lohnt der Wechsel zum eigenen Instrument: Was die Modelle kosten und welche sich lohnen, zeigen unser Preis-Überblick Was kostet ein Saxophon? und der Vergleich Saxophon für Anfänger kaufen.